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Geschichten - Mythen - Legenden
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Alle nachstehenden Texte habe ich im Internet ohne einen
Hinweis auf ein Copyright gefunden. Soweit wie möglich habe ich die
Autoren hinzugefügt. Sollte ich dennoch gegen ein Urheberrecht verstoßen
haben, bitte ich um eine kurze Mitteilung. Ich werde den entsprechenden
Text dann sofort entfernen.
Nun viel Spaß bei Lesen.

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Die Wölfe
"Meister, du musst mir helfen," sagte der Besucher. "Ich bin
mit meiner Weisheit am Ende."
"Wie sieht dein Problem denn aus?" Fragte der Weise.
"Ich schaffe es kaum, meinen Ärger zu kontrollieren," sagte der Gast. "Es ist
einfach die Art, wie die Leute sind: Ich sehe sie andere kritisieren während sie
ihre eigenen Fehler absolut nicht bemerken. Ich möchte sie nicht kritisieren, da
ich nicht wie sie sein möchte, aber es regt mich wirklich auf."
"Ich verstehe," sagte der Weise. "Aber sage mir erst: Bist du nicht der
Dorfbewohner, der letztes Jahr dem Tod nur knapp entkommen ist?"
"Ja," nickte der Gast. "Es war eine schreckliche Erfahrung. Ich bin zu weit in
den Wald gegangen und stieß auf ein Rudel hungriger Wölfe."
"Und was hast du gemacht?"
"Ich bin gerade noch auf einen Baum geklettert, bevor sie mich erreichten. Die
Wölfe waren riesig und ich zweifelte nicht daran, dass sie mich in Stücke hätten
reißen können. "
"Du warst also gefangen?"
"Ja. Ich wusste, dass ich ohne Wasser und Nahrung nicht lange auskommen würde,
und so wartetet ich, bis ihre Wachsamkeit nachließ. Immer wenn ich dachte, es
sei sicher genug, kletterte ich herunter, sprintete zum nächsten Baum und
kletterte herauf, bevor sie mir zu nahe kamen."
"Das hört sich nach einer echten Tortur an."
"Ja - insgesamt dauerte es zwei Tage. Ich dachte ich würde sicher sterben. Zum
Glück fand mich eine Gruppe Jäger, sobald ich nah genug am Dorf war. Die Wölfe
zerstreuten sich und ich war gerettet."
"Mich interessiert vor allem eine Sache" sagte der Weise. "Während dieser
Erfahrung, hast du dich von den Wölfen irgendwann beleidigt gefühlt?"
"Was? Beleidigt?"
"Ja. Hast du dich von den Wölfen beleidigt oder verunglimpft gefühlt?"
"Natürlich nicht, Meister. Dieser Gedanke ist mir nie gekommen."
"Warum nicht? Sie wollten nichts anderes, als dich beißen, nicht? Sie wollten
dich töten, nicht wahr?"
"Ja, aber... das ist nun einmal, was Wölfe tun! Sie waren einfach sie selbst. Es
wäre absurd gewesen, mich beleidigt zu fühlen."
"Exzellent! Behalte diesen Gedanken im Kopf, während wir uns noch mal um deine
Frage kümmern. Andere zu kritisieren, während sie selbst ihre Fehler nicht
bemerken ist etwas, was viele Leute tun. Du kannst sogar sagen, es sei etwas,
was wir alle von Zeit zu Zeit tun. In einem gewissen Sinn leben die gefräßigen
Wölfe in jedem von uns.
"Wenn die Wölfe ihre Krallen zeigen und auf dich zukommen, solltest du nicht
einfach stehenbleiben. Du solltest dich sicherlich schützen indem du irgendwie
von ihnen fortkommst, wenn es irgend möglich ist. Genauso solltest du nicht
passiv akzeptieren, wenn Leute mit giftiger Kritik auf dich losgehen. Sicherlich
solltest du dich schützen indem du eine gewisse Distanz zwischen dich und sie
bringst, wenn es irgendwie möglich ist.
"Der wichtigste Punkt dabei ist, dass du das tun kannst, ohne dich angegriffen
oder beleidigt zu fühlen, da diese Leute einfach nur sie selbst sind. Es liegt
in ihrer Natur zu kritisieren und zu richten, es wäre also absurd daran Anstoß
zu nehmen. Es macht keinen Sinn, wütend zu werden.
"Das nächste Mal, wenn die hungrigen Wölfe in Menschenhaut sich nähern, denke
daran: Das ist einfach die Art, wie die Leute sind - genau wie du gesagt hast,
als du reingekommen bist."
von Derek Lin
Übersetzt von Jens-Wolfhard Schicke

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Indianische Weisheiten
Ihr habt bemerkt, dass die Wahrheit mit zwei Gesichtern auf
die Welt kommt:
dass eine ist traurig und voller Leid, das andere lacht.
Und doch ist es ein und dasselbe Gesicht, ob es nun lacht oder weint.
Wenn Menschen am Verzweifeln sind, ist das lachende Gesicht
besser für sie; aber wenn es ihnen zu gut ergeht und sie sich
zu sicher fühlen, ist es besser für sie, das weinende Gesicht
zu sehen.
"Wenn der Tag vorüber ist, denke ich an alles, was ich getan
habe.
Habe ich den Tag vergeudet oder habe ich etwas erreicht? Habe ich mir einen
neuen Freund gemacht oder einen Feind?
War ich wütend auf alle oder war ich freundlich? Was ich auch getan habe, es ist
vorbei.
Während ich schlafe, bringt die Welt einen neuen strahlenden Tag hervor,
den ich gebrauchen kann oder vergeuden oder was immer ich will.
Heute Abend nehme ich mir vor:
Ich werde gut sein, ich werde freundlich sein, ich werde etwas tun, was wert
ist, getan zu werden."
Im Leben eines Indianers
gibt es keine schlechten Tage.
Auch wenn die Zeiten
noch so schwierig sind,
jeder Tag ist gut,
weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut.
Allen Lebewesen ist eine Kraft zu eigen -
sogar einer winzigen Ameise, ein Sonnenstrahl, einem Baum, einer Blume, einem
Stein -
denn der Große Geist wohnt in jedem von ihnen.
Die moderne Lebensart der Weißen hält diese Kraft von uns fern,
schwächt sie ab.
Um der Natur nahe zu kommen, sich von ihr helfen zu lassen,
dazu braucht es Zeit und Geduld.
Zeit, um nachzudenken und zu verstehen.
Ihr habt so wenig Zeit zum Betrachten und Verweilen, immer seid ihr in Eile,
immer gehetzt, immer gejagt.
Diese Rastlosigkeit und Plackerei macht die Menschen arm.
Als die Erde mit all ihren Lebewesen erschaffen wurde,
war es nicht die Absicht des Schöpfers,
dass nur Menschen auf ihr leben sollten.
Wir wurden zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern
in diese Welt gesetzt, mit denen, die vier Beine haben,
die fliegen, und mit denen, die schwimmen.
All diese Lebewesen, auch die kleinsten Gräser und die
größten Bäume, bilden mit uns eine große Familie.
Wir alle sind Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde.
(Aus der Danksagung der Irokesen)
Eines Tages wird die Erde weinen, sie wird um ihr Leben
flehen, sie wird Tränen von Blut weinen. Ihr werdet die Wahl haben, ihr zu
helfen oder sie sterben zu lassen und wenn sie stirbt, sterbt ihr auch.
"Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Meine Glieder
sind die Bäume.
Ich bin der Fels, die Wassertiefe.
Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie zu nutzen.
Ich bin selbst Natur.
Es gibt mehr als eine Straße, die zum Leben nach dem Leben
führt, es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg, die
andere Hälfte seines Selbst in einem anderen Menschen zu finden, es gibt mehr
als eine Art, den Feind zu bekämpfen. Wer sein Selbst nicht lieben kann, kann
niemanden lieben. Wer sich seines Körpers schämt, schämt sich alles Lebendigen.
Wer seinen Körper schmutzig findet, ist verloren. Wer die schon vor der Geburt
erhaltenen Gaben nicht respektieren kann, kann nie etwas richtig respektieren.
Menschen, die bloß arbeiten, finden keine Zeit zum Träumen.
Nur wer träumt gelangt zur Weisheit.
"Zweifle nicht an dem, der dir sagt er hat Angst.
Aber hab Angst vor dem, der dir sagt, er kennt keinen Zweifel."
Nimm dir Zeit, den Himmel zu betrachten.
Suche Gestalten in den Wolken.
Höre das Wehen des Windes
und berühre das kalte Wasser.
Gehe mit leisen, behutsamen Schritten.
Wir sind Eindringlinge,
die von einem unendlichen Universum
nur für eine kurze Zeit geduldet werden.
Indianische Weisheit
Als ich Kind war, verstand ich zu geben und zu teilen; seit
ich zivilisiert wurde, habe ich diese Tugend verlernt.
Ich lebte ein natürliches Leben, jetzt lebe ich ein künstliches. Damals war
jeder hübsche Kieselstein für mich kostbar,
und ich hatte Ehrfurcht vor jedem Baum. Der Ureinwohner Amerikas verband seinen
Stolz mit einer außergewöhnlichen Demut. Überheblichkeit war seinem Wesen und
seiner Lehre fremd. Er erhob niemals den Anspruch, dass die Fähigkeit, sich
durch Sprache auszudrücken, ein Beweis für die Überheblichkeit des Menschen über
die sprachlose Schöpfung sei; ganz im Gegenteil, er sah in dieser Gabe eine
Gefahr. Es glaubte fest an das Schweigen - das Zeichen vollkommener Harmonie.
Schweigen und Stille stellten für ihn das Gleichgewicht von Körper, Geist und
Seele dar.
Wenn Du den Indianer fragst: "Was ist die Stille?", wird er Dir antworten:" Das
Große Geheimnis."
"Die heilige Stille ist seine Stimme."
Und wenn Du fragst: "Was sind die Früchte der Stille?", so wird er sagen:
"Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer,
Geduld, Würde und Ehrfurcht." "
Hüte Deine Zunge in der Jugend", sagte der alte Häuptling Wabashaw, "dann wirst
Du vielleicht im Alter
Deinem Volk einen weisen Gedanken schenken."
Ohiyesa
Wozu brauchen wir die Zeit? Damals, in den alten Tagen,
brauchten wir sie nicht.
Wir richteten uns nach Aufgang und Untergang der Sonne. Wir mussten uns niemals
beeilen. Wir brauchten nie auf die Uhr zu blicken. Wir mussten nicht zu einer
bestimmten Zeit bei der Arbeit sein. Wir taten, was getan werden musste, wenn
uns danach war. Aber wir achteten darauf, es zu tun, bevor der Tag zu Ende ging.
Wir hatten mehr Zeit, denn der Tag war noch ganz.
Scott Eagle
"Ein Indianer saß am Fluss und angelte.
Da kam ein weißer Mann daher und sagte zu ihm: Warum gehst Du nicht arbeiten?
Du kannst Geld verdienen, dir ein Haus kaufen, eine Familie gründen, kannst ein
großes Auto fahren.
Du könntest wirklich ein gutes Leben führen. Dann fährst du in den Urlaub, z. B.
an einen Fluss zum Angeln.
Der Indianer antwortete: Ja, weißer Mann du hast recht. Das könnte ich tun. Aber
ich sitze ja schon an einem Fluss und fische."
aus dem Mondkalender 2004 von Paungger/Poppe

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Mein Hund
Er ist mein drittes Auge, das über
die Wolken blickt,
mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht.
Er ist der Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt.
Wie er sich an meine Beine lehnt,
beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt,
seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe,
all das sagt mir tausendmal,
dass ich der einzige Grund seines Daseins bin.
Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne.
Bin ich wütend, bringt er mich zu lachen.
Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt.
Mache ich mich zum Narren, sieht er darüber hinweg.
Gelingt mir etwas, lobt er mich.
Ohne ihn bin ich ein Mensch unter vielen.
Mit ihm bin ich stark.
Er ist die Treue selbst.
Er lehrt mich die Bedeutung der Hingabe.
Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren
Frieden.
Er lehrt mich verstehen, wo vorher meine Ignoranz war.
Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen Schmerzen.
Seine Gegenwart schützt mich vor Dunkelheit und Unbekanntem.
Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer,
denn ich könnte ihn ja brauchen.
Und ich brauche ihn - wie schon immer.
Er ist eben mein Hund.

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Weisheit von Oriah Mountain Dreamer
Es ist für mich nicht wichtig,
womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen,
wonach du innerlich schreist
und ob du zu träumen wagst,
der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.
Es ist für mich nicht wichtig,
wie alt du bist.
Ich möchte wissen,
ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen
und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es ist für mich nicht wichtig,
welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen,
ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast,
ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob du zusammengezogen
und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich möchte wissen,
ob du mit dem Schmerz
– meinem oder deinem – da sitzen kannst,
ohne zu versuchen, ihn zu verbergen
oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich möchte wissen,
ob du mit der Freude
– meiner oder deiner – da sein kannst,
ob du mit Wildheit tanzen kannst,
von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen
erfüllt mit Begeisterung,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft,
oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es ist für mich nicht wichtig,
ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen,
ob du jemanden enttäuschen kannst,
um dir selber treu zu sein.
Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst
und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich möchte wissen,
ob du vertrauensvoll sein kannst
und von daher vertrauenswürdig.
Ich möchte wissen,
ob du die Schönheit sehen kannst,
auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob du Dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst.
Ich möchte wissen,
ob du mit dem Scheitern
– meinem und deinem – leben kannst
und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst
und zu dem Silber des Vollmonds rufst: „Ja!“
Es ist für mich nicht wichtig, zu erfahren,
wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich möchte wissen,
ob du aufstehen kannst
nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,
erschöpft, und bis auf die Knochen zerschlagen,
und tust, was für die Kinder getan werden muss.
Es ist für mich nicht wichtig,
wer du bist und wie du hergekommen bist.
Ich möchte wissen,
ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht zurückschreckst.
Es ist für mich nicht wichtig,
wo oder was oder mit wem du gelernt hast.
Ich möchte wissen,
ob du allein sein kannst und
in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.
Ich möchte wissen,
was dich von innen hält,
wenn sonst alles wegfällt.
(Oriah Mountain Dreamer, indianische Heilerin aus Kanada)

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Was ist ein
Züchter?
Ein
Züchter ist jemand, dem durstet es nach Wissen und doch weiß er, dass er nie
alles wissen wird. Er ringt mit Entscheidungen zwischen Vernunft, Herz u.
Verpflichtung.
Ein
Züchter opfert persönliche Interessen, Finanzen, Zeit, Freundschaften,
kostbare Möbel und wertvolle Teppiche. Er tauscht eine Luxusreise gegen eine
Ausstellung und das Erleben seines Rudels.
Ein
Züchter verbringt Stunden ohne Schlaf –
aber nie ohne Kaffee – um eine Paarung zu planen, oder mit
Anspannung auf die bevorstehende Geburt zu warten und hinterher über jedes
Niesen, Krabbeln und Quietschen zu wachen.
Ein
Züchter verzichtet auf ein Galadinner, eine ach so tolle und "wichtige"
Ausstellung usw., weil eine Geburt bevorsteht, oder die Welpen um 8 Uhr
gefüttert werden müssen. Er übersieht die Geburtsflüssigkeit, setzt seinen Mund
auf den schwachen Welpen, um im wahrsten Sinne des Wortes dem hilflosen
Neugeborenen das Leben einzuhauchen - denn er ist die Verwirklichung seiner
Träume.
Der Schoß des
Züchters ist ein großartiger Platz, auf dem Generationen von
stolzen und edlen Hunden die mehr als "schön sein" können, schlummern.
Des
Züchters Hände sind stark, fest und oft schmutzig und doch wiederum sensibel
für das Stupsen einer kleinen nassen Welpennase.
Des
Züchters Rücken und Knie schmerzen gewöhnlich vom Bücken über die Wurfkiste
und vom Hocken vor ihr. Doch sind sie stark genug, seine Hunde und dessen
Nachwuchs auf der Ausstellung zu führen und sie entsprechend zu trainieren.
Der Rücken des
Züchters ist oft krumm und buckelig von der Niedertracht mancher
Mitmenschen, die meinen über seine Hunde und ihn Lügen verbreiten zu müssen, und
doch ist er breit und stark genug, tausende solcher Lügen mit einem stolzen
Lächeln zu ertragen.
Die Arme eines
Züchters sind stark genug, gleichzeitig zu wischen, einen Arm
voller Welpen zu tragen und eine Hand dem Anfänger zu leihen.
Die Ohren des
Züchters sind seltsame Gebilde; manchmal rot vom Gerede, manchmal
flach vom Telefonhörer, manchmal taub von Kritik und dann wieder hellhörig für
das Winseln eines kranken Welpens.
Die Augen des
Züchters sind trübe vom studieren der Ahnentafeln, manchmal blind
gegenüber den Fehlern anderer und doch so scharf in der Wahrnehmung der eigenen
Fehler. Sie sind immer auf der Suche nach der perfekten Spezies.
Das Gehirn des
Züchters ist manchmal getrübt vor Gesichtern und doch kann es
eine Ahnentafel oder Geschichten über seine geliebten Hunde und Welpen schneller
wiedergeben als ein Computer. Es steckt so voller Wissen, dass er jederzeit auch
anderen großzügig zur Verfügung stellt.
Des
Züchters Herz ist oft gebrochen, aber immer voller Hoffnung - und es sitzt
am rechten Fleck.
Oh ja - es gibt solche
Züchter, und es gibt auch Züchter ........... doch das
ist ein anderes Thema!
Autor unbekannt

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Schwarzer Wolf mit goldenen Augen
Lege mich müde auf eine Wiese,
betrachte den Himmel während ich die Augen schließe.
Es dauert nicht lange und ich träume.
Höre das sachte rascheln der Bäume.
Gehe an einem Fluss entlang
und lausche seinem wundervollen Gesang.
Tausend Geschichten kann er mir erzählen,
viele die ihn aufmuntern, viele die ihn quälen.
Setz mich zu ihm, lass meine Füße in seinem Wasser baumeln.
Während viele Schmetterlinge um mich taumeln.
Ein Vogel kommt her und setzt sich auf meine Hand.
Ich lausche dem Fluss und bleibe an seinem Rand.
Am anderen Ufer sehe ich spielende Hasenkinder
und auf einer Koppel wiederkäuende Rinder.
Sehe ihnen noch eine Weile zu,
dann gehe ich weiter – ganz in Ruh –
Vor mir erblicke ich einen großen Wald,
mein Blick ganz fest auf einen dunklen Fleck halt.
Da ist irgendwas ich spüre es ganz klar,
etwas was mir Mut macht ist da.
Immer Näher komme ich dem dunklen Fleck,
der Fluss und die Häschen nun ganz weit weg.
Setz mich an den Waldrand und beobachte den Ort.
Zwei kleine goldene Kugeln leuchten dort.
Die zwei Kugeln entpuppen sich als wunderschöne Augen.
Diese Augen sind dabei mir die Sinne zu rauben.
Ein wunderschöner schwarzer Wolf tritt hervor.
Er steht da, sieht mich an und streckt seine Nase empor.
In meinem Kopf hör ich ihn mit sanften Ton sagen,
ich müsse keine Angst vor ihm haben.
Mit sachten Schritten kommt er näher an mich rann,
bei mir angekommen nimmt er vor mir Platz dann.
Er sieht mich an mit seinen freundlichen, goldenen Augen.
Ich kommuniziere mit ihm und kann es kaum glauben.
Er baut mich auf, meint alles wird wieder gut,
ich sollte nur abwarten und zeigen Stärke und Mut.
Weinend frage ich ihn wie das gehen soll,
das ich nicht weiter kann und das Maß ist voll.
Will ihm alles erzählen, doch er scheint alles zu wissen,
alles was mich quält, alles was hat mein Herz zerrissen.
Langsam fühle ich mich besser,
spüre in meinem Herzen nicht mehr das Messer.
Als hätte er es einfach raus gezogen,
ich fühle mich frei und ausgewogen.
Er sieht mich lieb an und meint er müsse nun gehen,
ich frage ihn, ob wir uns wieder sehen.
Ich werde immer bei dir sein, kommt die Antwort zurück.
Er spürt meine Freude und mein Glück.
„Es wird nun Zeit du musst nach Hause,
und auch ich nun wieder in die Dunkelheit brause.“
Er sieht mich noch mal an, steht auf und verschwindet im Wald.
Ich ihn auf Ewig in Erinnerung behalt.
Ich wache auf, liege immer noch auf der Wiese,
nur das ich diesmal froh bin und vor Glück sprieße.
Werde den schwarzen Wolf mit den goldenen Augen nie vergessen
Und seine Worte werden immer meine Stärken und Schwächen messen.
Autor unbekannt

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Einer bleibt selten allein!
Du willst also ausstellen, das ist
aber gefährlich,
es bleibt nicht bei einem Hund, sei
doch mal ehrlich!
Einer ist gar nichts, ein Zweiter
muss her.
Ein Dritter ist einfach, ein Vierter
nicht schwer.
Ein Fünfter erfreut dich, mit`nem
sechsten wird`s gehn.
Ein Haus voller Hunde macht`s Leben
erst schön!
Warum nicht noch einen, du traust
dich, nicht wahr?
Sie sind wirklich ganz einfach, aber
mein Gott, das Haar!
Ein Hund auf dem Sofa, ein anderer im
Bett!
Hungrige Mäuler in der Küche, das
findest du nett?
Sie hören auf `s Wort und sind gar
kein Problem!
Auch wenn`s noch einer mehr ist, wird
es immer noch gehn.
Die Möbel sind staubig, die Fenster
nicht klar,
der Boden ist schmutzig, das Sofa
voll Haar.
Es leidet der Haushalt, man nimmt`s
kaum noch wahr,
die Nasenabdrücke und überall Haar!
So suchen wir Platz, der neue Welpe ist top!
Wir finden schon Zeit für Besen und
Mop!
Es gibt kaum ein Limit, dem Himmel
sei Dank!
Ihre Zahl zu verringern-der Gedanke
macht krank!
Jeder ist anders, du weißt wer da bellt.
Das Futter ist teuer, der Tierarzt
kriegt Geld!
Die Familie bleibt weg, Freunde
lassen dich in Ruh`,
du siehst nur andere Hundeleute, die
genauso leben wie du!
Die Blumen sind tot, der Rasen ist
hin,
doch am Wochenende hast du anderes im
Sinn.
Mann meldet und reist, so ist der
Trott,
dazu die Hundesteuer, bald bist du
bankrott!
Ist es das wert, was machst du da
bloss?
Doch dann kommt dein Liebling und
springt auf den Schoss!
Sein Blick wärmt dein Herz, und um
nichts in der Welt
gäbst du auch einen nur her, was
bedeutet schon Geld?
Egal ob für Zucht, für Show oder
Spass,
für jeden gibt`s Platz jeder dient zu
irgendwas!
Die Winter sind mühsam, mal nass und
mal rau.
Die Hunde sind schmutzig, und du bist
ganz blau!
Manche Abende sind grässlich,
manchmal schreist du im Haus,
denn die Hunde auf dem Sofa, sie
wollen nicht raus!
Die Hunde, die Shows, das Reisen, die
Sorgen,
die Arbeit, die Spannung, die
Gedanken an morgen!
Es muss wohl was wert sein, und es
muss dir was geben,
denn sie lieben dich alle, die Hunde
in deinem Leben!
Alles hat sich verändert, nichts ist
mehr gleich!
Du liebst deine Hunde, und deine
Seele ist reich!
Aus dem Englischen, Autor unbekannt.
Deutscher Reim von Klaus-J. Hornig

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Schwarzer Wolf
Feuervogel bringt das Licht,
läd ein zum letzten Tanz.
Todesfunke im Auge sticht,
faszinierend schöner Glanz.
Heulend laut ist die Nacht,
schwarzer Wolf am singen.
Höhnisch der Teufel lacht,
werde nicht mit ihm ringen.

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Ein Indianer und ein Wolf
Vor vielen Jahren lebte ich mehrere Monate mit Ken Nukwon, einem alten Indianer,
im kanadischen Yukon, nördlich des Polarkreises. Abends saßen wir im Licht der
Petroleumlampen und er erzählte Geschichten. Eine davon habe ich aufgeschrieben
...
Eines Winters kontrollierte ich mit meinen Schneeschuhen die Trapline, wo ich
Fallen für Marder und Luchse gestellt hatte. Als ich wieder zur Hütte zurückkam,
sah ich an Spuren im Schnee, dass mir ofensichtlich einer meiner Hunde gefolgt
war. Ich sah nach, aber alle Hunde waren angekettet an ihrem Platz. Am nächsten
Tag waren die Spuren wieder da und das Tier war mir erneut gefolgt, ohne aber in
eine der Fallen zu treten. Als ich das nächste Mal wieder die Fallen
kontrollierte, versteckte ich mich auf halbem Wege hinter einer umgestürzten
Fichte, und tatsächlich kam nach wenigen Minuten ein Wolf den Weg entlang. Er
war zerzaust und abgemagert, offensichtlich sehr hungrig. In fünf Metern
Entfernung entdeckte er mich, blieb kurz stehen und sah mich etwas verschämt an.
Dann trottete er langsam wieder zurück. Ich hätte ihn leicht schießen können,
aber ich war neugierig, mehr über diesen Wolf zu erfahren
Am Abend, als ich die Hunde fütterte, sah ich den Wolf wieder. Er stand zwischen
den Bäumen, etwa 20 m entfernt und sah mich erneut an. Schließlich warf ich auch
ihm einen gefrorenen Lachs zu, den er aber nicht anrührte, solange ich bei den
Hunden war. Erst als ich in der Hütte verschwunden war, konnte ich durch das
Fenster beobachten, wie der Wolf den Lachs nahm und damit im Wald verschwand.
Den Hunden tat er nichts. In den nächsten Tagen wiederholte sich das Spiel. Ich
sah den Wolf oft, aber er hielt immer Abstand. Nach einigen Tagen freundete er
sich mit meinen Hunden an und spielte ausgiebig mit ihnen. Der Wolf blieb den
ganzen Winter über bei mir. Ich fütterte ihn, und er schlief bei meinen Hunden.
Der Wolf blieb bis zum Frühjahr; dann verschwand er genauso plötzlich, wie er
gekommen war.
Drei Jahre später sah ich an einem Winterabend erneut einen Wolf zwischen den
Bäumen nicht weit von meiner Hütte stehen. Ich erkannte ihn sofort wieder. Es
war ohne Zweifel 'mein' Wolf. Inzwischen war er stark und groß. Er stand eine
Weile da und beobachtete uns. Dann verschwand er wieder in den Wäldern. Nach
einer Stunde vernahm ich sein lang gezogenes Heulen, ein Abschiedsgruß und ein
Dankeschön, dass ich ihm damals über den Winter geholfen hatte.
− Autor unbekannt -

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Friede
Friede ist nicht nur das Gegenteil von Krieg, nicht nur der Zeitraum zwischen
zwei Kriegen - Friede ist mehr. Friede ist das Gesetz menschlichen Lebens.
Friede ist dann, wenn wir Recht handeln und wenn zwischen jedem einzelnen
Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht.
(Spruch der Mohawk)

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Akira
Am Rand des Waldes,
eine Wölfin steht ...
Akira - die silberne Wölfin
wird sie genannt.
Ein trauriges Heulen
durchdringt die Nacht.
Sie hat verloren ihren Gefährten, beim letzten großen Kampf.
Klagend man ihre Rufe hört.
Traurig zieht sie nun umher.
Einsam sie nun die Wege geht.
Manche Menschen mit Herz
zünden ihr eine Kerze an
und legen Futter vor die Tür.
Die kleinen Gesten
sollen ihr zeigen,
wir alle fühlen mit Dir.
Doch nie wieder
wird man hören die Antwort von Shadow-Wolf.
Nur manchmal ...
vielleicht, wenn leise singt der Wind.

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Die Himmelsfrau
Einst lebte die Menschheit in einem himmlischen Paradies. Unter dem Himmel lag
nicht die Erde, sondern so weit man blicken konnte, dehnte sich das Meer aus, in
dem Wasservögel und andere Tiere wohnten. Über dem großen Wasser stand keine
Sonne, doch der Himmel war erleuchtet vom Baum des Lichtes, der vor dem Haus des
Himmelsherrn wuchs.
Ein Traum riet dem Herrscher über das himmlische Paradies, eine schöne, junge
Frau zu heiraten, und er tat, wie ihm im Traum befohlen worden war.
Vom Atem des Himmelsherrn wurde die Frau schwanger, doch der Mann begriff nicht
das Wunder der Natur, sondern entbrannte in Wut und Zorn. Da träumte ihm
abermals, und die Stimme des Traumes riet ihm, den Baum des Lichtes vor der
Schwelle seines Palastes auszureißen. Und wieder hörte er auf die Stimme seines
Traumes. So entstand draußen vor dem Haus ein großes, klaffendes Loch.
Als der Himmelsherr nun sah, wie sein Weib neugierig durch das Loch
hinabblickte, überkam ihn wieder eifersüchtiger Zorn, und er gab ihr von hinten
einen Stoß. Da stürzte sie aus dem himmlischen Paradies und fiel hinab, dem
großen Wasser entgegen.
Immer noch zornig, warf ihr der Himmelsherr alle Gegenstände und Lebewesen nach,
die ihr lieb und wert gewesen waren: einen Maiskolben, Tabakblätter, ein Reh,
Wölfe, Bären und Biber, die später alle in der unteren Welt leben sollten. Aber
noch gab es diese Welt nicht, die jetzt unsere Welt ist. Das unglückliche Weib
des Himmelsherrn stürzte durch die Luft herab, und die weite Wasserfläche, in
der sie würde ertrinken müssen, kam immer näher.
Das sahen die Tiere, die in dem großen Wasser wohnten, und sie beschlossen, ihr
zu helfen. Die Wasservögel breiteten ihre Flügel aus und flogen so dicht
nebeneinander her, dass sich die Spitzen ihrer Federn berührten. Sie wollten die
Himmelsfrau auffangen. Die Wassertiere suchten einen Landeplatz. Die große
Wasserschildkröte tauchte auf und hob ihren Panzer über den Meeresspiegel,
während die anderen Tiere zum Meeresboden hinabtauchten, um dort Schlamm und
Sand zu holen. Die Bisamratte brachte ein paar Steine, und die Kröte schleppte
Algen und Tang herbei, und sie warfen Schlamm, Sand, Algen und Steine auf den
Panzer der Schildkröte. So entstand eine Insel, die nach und nach größer und
größer wurde.
Unterdessen hatten die Vögel die Himmelsfrau in der Luft aufgefangen und trugen
sie zur unteren Welt herab. Von Zeit zu Zeit kamen neue Vögel und lösten jene
ab, die müde geworden waren von der schweren Last, die auf ihrem Gefieder ruhte.
Endlich landete die Himmelsfrau wohlbehalten auf der Insel der großen
Wasserschildkröte. Sie dankte den Vögeln, die ihr und dem Kind in ihrem Leib das
Leben gerettet hatten. Sie nahm eine Handvoll Erde und warf die Erde von sich.
Da vermehrte sich das Land durch die Zauberkraft, die in den Fingerspitzen der
Himmelsfrau sitzt, die Insel wuchs und wuchs und wurde eine Welt, und die
Horizonte rückten in die Ferne. Pflanzen und Bäume begannen zu sprießen, und die
Tiere, die der Himmelsherr seinem Weib nachgeworfen hatte, fanden Wohnung und
Nahrung und vermehrten sich.
So entstand die Erde, und die Himmelsfrau wurde die Große Erdmutter.
(Indianer Märchen)

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Das perfekte Herz
Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das
schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und
sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder
Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz,
das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter
über sein schönes Herz.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz
ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge
Mann schauten das Herz des alten Mannes an.
Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke
entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig,
und es gab einige ausgefranste Ecken.... Genau gesagt, an einigen Stellen waren
tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: wie kann er
behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte:
"Du musst scherzen", sagte er, "dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist
perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann, deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit
dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben
habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft
geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens
passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die
ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal
habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein
Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben
heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft
sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für
diese Menschen empfinde... und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und
den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"
Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.
Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen
Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen
an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein
Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit
die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige
ausgefranste Ränder hatte.
Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor,
denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten
sich und gingen weg, Seite an Seite.
(Indianer Märchen)

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Das Märchen von Liebe und Vertrauen
Es war einmal zwei Menschen, die hatten sich sehr lieb. Sie hatten geheiratet
und konnten sich gar nicht vorstellen, ohne einander zu leben. Und darum
beschlossen sie eines Tages: Sollte einmal einer von ihnen sterben, Mann oder
Frau, dann würde der andere sein Leben aufgeben und ihm folgen, um zu zeigen,
wie stark ihre Liebe füreinander gewesen war. so ging ihr Leben dahin, und sie
waren im Frieden mit sich und ihren Kindern.
Eines Tages jedoch hatte der Mann
die Idee, seine Frau zu prüfen und herauszufinden, wie sehr sie ihn liebe. Und
so schickte er einen Gefährten, der mit ihm im Wald beim Holzsammeln war, zu
seiner Frau nach Hause. Er sollte ihr erzählen, ihr Mann sei von einem Baum
gefallen und dabei zu Tode gekommen. Als die Frau das härte, zerriss ihr der
Schmerz schier das Herz, und sie erinnerte sich ihres Versprechens, ging in ihr
leeres Haus und nahm sich das Leben.
Als ihr Mann zurückkehrte und sie fand,
vergoss er bittere Tränen. Wie dumm war er doch gewesen! Er hatte nicht
geglaubt, dass seine Frau das Versprechen halten würde. Er hatte ihre Liebe
geprüft und sie dabei ganz verloren. Der Mann war sehr traurig, er vermisste sie
und weinte bitterlich. Doch ihr in den Tod zu folgen, dazu fehlte ihm der Mut.
Nach einiger Zeit freilich fiel ihm auf, dass sein Haus immer sauber war, die
Kinder versorgt waren, gegessen hatten und fröhlich waren, wenn er von der
Arbeit zurückkam. Das verstand er nicht, und er fragte sie, weshalb sie so
fröhlich seien und wer die Ordnung geschaffen habe. Ihre Antwort war einfach:
Mutter war da und hat das alles gemacht. Das wollte der Mann nicht glauben, doch
es geschah jeden Tag von neuem, und die Antwort war immer dieselbe. Da
versteckte sich der Mann im Haus und wollte sehen, was passierte. Tatsächlich
erschien seine Frau und war so schön und sah so lieb aus, dass es ihn nicht mehr
in seinem Versteck hielt. Er trat hervor und sagte ihr, wie sehr er sie liebe,
wie wunderbar ihre Augen leuchteten, und er wollte sie umarmen und küssen. Die
Frau antwortete: "Nein, nein, bitte nicht! Tu es nicht denn ich bin gestorben
und kann dann niemals wiederkommen und muss für immer gehen. Bitte, tu es
nicht!" Doch der Mann hatte seine Frau so lieb, dass er nicht begriff, was sie
meinte, und wollte sie unbedingt in seinen Armen halten. Und er umarmte sie. Da
hielt er in seinen Armen ein Knochengerüst. Die Frau ist nie wieder erschienen.
"Wir wissen nicht, was wir besitzen, bis wir es verloren haben. Und niemals
dürfen wir von einem anderen verlangen, was wir selbst nicht zu geben bereit
sind."
(Indianer Märchen)

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Der richtige Himmel
Ein alter Mann und sein Hund liefen eine unbefestigte Straße mit Zäunen an
beiden Seiten entlang. In einem der Zäune war ein Tor. Sie blickten hinein und
sahen eine schöne Landschaft mit Wiesen und Wäldern. Es war genau das, was ein
Hund, der gerne lebt, und sein Herrchen sich vorstellen. Aber neben dem Tor
stand ein Schild: ”kein Durchgang" und so gingen sie weiter.
Sie kamen schließlich zu einem schönen Tor, in dem ein in weiß gekleideter Mann
stand. ”Willkommen im Himmel!" sagte er. Der alte Mann war glücklich und wollte
mit seinem Hund durch das Tor gehen. Der Torwärter hielt ihn auf: "Zutritt von
Hunden ist nicht erlaubt, tut mir leid, aber er kann nicht mit reinkommen." ”Was
ist denn das für ein Himmel, der Hunden den Zutritt verwehrt? Wenn er nicht mit
kann, bleibe ich mit ihm draußen. Sein ganzes Leben lang war er mein treuer
Begleiter. Ich werde ihn jetzt nicht verlassen."
“Machen sie es, wie sie meinen, aber ich warne sie, der Teufel befindet sich
auch auf diesem Weg und er wird versuchen, sie mit schönen Worten in sein Reich
zu locken. Er wird ihnen alles versprechen, aber der Hund wird auch nicht mit
dürfen. Wenn Sie den Hund nicht zurücklassen, werden Sie für alle Ewigkeit auf
dieser Straße bleiben müssen."
Trotz dieser Aussichten ging der Mann mit seinem Hund weiter. Sie kamen zu einem
verfallenen Zaun mit einer Lücke darin, es war kein Tor, nur so etwas wie ein
Loch im Zaun. Ein anderer alter Mann stand dort.
”Entschuldigen sie bitte, mein Hund und ich sind ziemlich müde, dürfen wir
reinkommen und ein bisschen im Schatten sitzen?" ”Natürlich unter dem Baum dort
finden sie kaltes Wasser. Machen sie es sich gemütlich." ”Kann ich denn meinem
Hund mit hierein nehmen? Der Mann dahinten sagte, Hunde wären hier nirgends
erlaubt."
”Würden Sie denn hereinkommen, wenn sie ihren Hund draußen lassen müssten?",
”Nein, das würde ich nicht und das ist auch der Grund, warum wir nicht in den
Himmel gegangen sind. Wir werden für alle Ewigkeit auf dieser Straße bleiben.
Ein Glas kaltes Wasser und etwas Schatten würden für´s Erste reichen. Aber ich
werde nicht reinkommen, wenn mein Kamerad nicht mit hinein kann, das steht
fest."
Der Mann hinter dem Zaun lachte und sagte: ”Willkommen im Himmel!" ”Was, Sie
meinen, das hier ist der Himmel? Und Hunde SIND erlaubt? Wie kann es sein, dass
der da unten an der Straße sagte, sie wären es nicht?" ” Das war der Teufel und
er bekommt alle Leute, die bereit sind, das Tier, das sie sein Leben lang
begleitet hat, aufzugeben, solange sie nur in den angeblichen Himmel dürfen. Sie
merken bald, dass sie einen Fehler gemacht haben, aber dann ist es zu spät.
Die Hunde kommen hierher und ihre wankelmütigen Besitzer bleiben dort. GOTT
würde nicht zulassen, dass die Hunde aus dem Himmel verbannt werden. Schließlich
hat ER sie als lebenslange Begleiter für ihre Menschen geschaffen, warum sollte
er sie im Tod von ihnen trennen?"

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Gedanken eines Wolfes
Seit den Zeiten, als nur Sonne und Mond uns Licht gaben, kannte ich Dich. Aus
den riesigen und undurchdringlichen Wäldern heraus beobachtete ich Dich. Ich war
Zeuge, als Du das Feuer bändigtest und fremdartige, neue Werkzeuge machtest.
Von den Kämmen der Hügel und Berge aus sah ich Dich jagen und beneidete Dich um
Deine Jagderfolge. Ich fraß Deine Beutereste und Du fraßt meine Beutereste. Ich
lauschte Deinen Gesängen und sah Deinen Schatten um die hellen Feuer tanzen. In
einer Zeit, so weit zurück, dass ich mich kaum mehr erinnern kann, schlossen
sich einige von uns Dir an um mit Dir an den Feuern zu sitzen. Sie wurden
Mitglieder Deines Rudels, jagten mit Dir, beschützten Deine Welpen, halfen Dir,
fürchteten Dich, liebten Dich.
Und für sehr lange Zeiten lebten wir so zusammen, denn unsere Wesen waren sich
sehr ähnlich. Deswegen hast Du die Zahmen von uns adoptiert. Ich weiß, einige
von Euch respektieren auch mich, den Wilden. Ich bin ein guter Jäger. Auch ich
respektierte Dich. Auch Du warst ein guter Jäger. Ich sah Dich oft gemeinsam mit
den Zahmen Beute erlegen.
In jenen Zeiten gab es alles im Überfluss. Es gab nur wenige von Euch. Die
Wälder waren groß. Wir heulten zusammen mit den Zahmen in der Nacht. Einige von
ihnen kehrten zu uns zurück, um mit uns zu jagen. Einige von ihnen fraßen wir,
denn sie waren uns zu fremd geworden. So lebten wir zusammen für lange, lange
Zeiten. Es war ein gutes Leben.
Manchmal stahl ich von Deiner Beute, und Du stahlst von meiner Beute. Erinnerst
Du Dich, wie Dein Rudel hungerte als der Schnee hoch lag? Du fraßt die Beute,
die wir erlegt hatten. Das war unser Spiel. Das war unsere gegenseitige Schuld.
Manche nannten es ein Versprechen.
Wie viele der Zahmen aber wurdest auch Du uns immer fremder. Wir waren uns einst
so ähnlich, aber jetzt erkenne ich einige der Zahmen nicht mehr und ich erkenne
auch einige von Euch nicht mehr. Du machtest auch die Beute zahm. Als ich
begann, Deine zahme Beute zu jagen (es waren dumme Kreaturen, auf die die Jagd
keine Herausforderung war, aber die wilde Beute war verschwunden), jagtest Du
mich und ich verstand nicht, warum.
Als Deine Rudel immer größer wurden und begannen, gegeneinander zu kämpfen, sah
ich Eure großen Kriege. Ich fraß jene, die Du erschlagen hattest. Dann jagtest
Du mich noch mehr, denn für mich waren sie Nahrung, aber Du hattest sie getötet.
Wir Wilden sind nur noch wenige. Du zerstörtest unsere Wälder und brachtest
viele von uns um. Aber ich jage immer noch und füttere meine versteckten Welpen,
wie ich es immer getan habe. Ich frage mich, ob die Zahmen eine weise Wahl
trafen, als sie sich Euch anschlossen. Sie haben den Geist der Wildnis
vergessen. Es gibt viele, viele von ihnen, aber sie sind mir so fremd.
Wir sind nur noch wenige und ich beobachte Dich immer noch, um Dir auszuweichen.
Ich denke, ich kenne Dich nicht mehr länger.

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Wahre Liebe
Wenn Du jemals einen Hund liebst, dann
gibt es drei Tage in Deinem Leben, an die Du Dich immer erinnern wirst...
Der erste Tag ist ein
Tag, gesegnet mit Glück, wenn Du Deinen jungen neuen Freund nach Hause
bringst. Wenn Du Deinen Hund nach Hause gebracht hast und Du siehst wie er
die Wohnung erforscht und seinen speziellen Platz in Deinem Flur oder
Vorraum für sich in Anspruch nimmt - und wenn Du das erste mal fühlst, wie
er Dir um die Beine streift - dann durchdringt dich ein Gefühl purer
Liebe, das Du durch die vielen Jahre die da kommen werden mit Dir tragen
wirst.
Der zweite Tag wird
sich acht oder neun Jahre später ereignen. Es wird ein Tag wie jeder
andere sein. Alltäglich und nicht außergewöhnlich. Aber, für einen
überraschenden Moment wirst Du auf Deinen langjährigen Freund schauen -
und Alter sehen, wo Du einst Jugend sahst. Du wirst langsame überlegte
Schritte sehen, wo Du einst Energie erblicktest. Und Du wirst Schlaf
sehen, wo Du einst Aktivität sahst. So wirst Du anfangen, die Ernährung
Deines Freundes umzustellen - und womöglich wirst Du ein oder zwei Pillen
zu seinem Futter geben. Und Du wirst tief in Dir eine wachsende Angst
spüren, die Dich die kommende Leere erahnen lässt. Und Du wirst dieses
unbehagliche Gefühl kommen und gehen spüren, bis schließlich der
dritte Tag kommt.
Und an diesem Tag - wenn Dein Freund
gehen muss, wirst Du Dich einer Entscheidung gegenüber sehen, die Du ganz
allein treffen musst - zugunsten Deines lebenslangen Freundes, und mit
Unterstützung Deiner eigenen tiefsten Seele. Aber auf welchem Wege auch
immer Dein Freund Dich vielleicht verlassen wird - Du wirst Dich einsam
fühlen, wie ein einzelner Stern in dunkler Nacht. Aber wenn Du ehrlich zu
der Liebe zu Deinem Hund stehst, für den Du die vielen von Freude
erfüllten Jahre gesorgt hast, wirst Du vielleicht bemerken, dass eine
Seele - nur ein wenig kleiner als Deine eigene - anscheinend mit Dir geht,
durch die einsamen Tage die kommen werden. Und in manchen Momenten, wenn
Dir dein Herz schwer wird, wirst Du vielleicht etwas an Deinen Beinen
entlang streichen spüren. Nur ganz ganz leicht. Und wenn Du auf den Platz
schaust, an dem Dein lieber - vielleicht liebster Freund - gewöhnlich lag,
wirst Du Dich an die drei bedeutsamen Tage erinnern. Die Erinnerung wird
voraussichtlich schmerzhaft sein und einen Schmerz in Deinem Herzen
hinterlassen. Wahrend die Zeit vergeht, kommt und geht dieser Schmerz als
hätte er sein eigenes Leben. Du wirst ihn entweder zurückweisen oder
annehmen, und er kann Dich sehr verwirren. Wenn Du ihn zurückweist, wird
er Dich deprimieren. Wenn Du ihn annimmst, wird er Dich vertiefen. Auf die
eine oder andere Art, es wird stets ein Schmerz bleiben.
Aber da wird es, das versichere ich Dir,
einen vierten Tag geben - verbunden mit der Erinnerung an
Deinen geliebten Hund. Und durch die Schwere in Deinem Herzen wird eine
Erkenntnis kommen die nur Dir gehört. Sie wird einzigartig und stark sein,
wie unsere Partnerschaft zu jedem Tier, das wir geliebt - und verloren
haben. Diese Erkenntnis nimmt die Form lebendiger Liebe an - wie der
himmlische Geruch einer Rose, der übrigbleibt, nachdem die Blätter
verwelkt sind. Diese Liebe wird bleiben und wachsen - und da sein für
unsere Erinnerung. Es ist eine Liebe, die wir uns verdient haben. Es ist
ein Erbe, das unsere Hunde uns vermachen, wenn sie gehen. Und es ist ein
Geschenk, das wir mit uns tragen werden solange wir leben. Es ist eine
Liebe, die nur uns allein gehört. Und bis unsere Zeit selbst zu gehen
gekommen ist, um uns vielleicht unseren geliebten Tieren wieder
anzuschließen - ist es eine Liebe, die wir immer besitzen werden.
Freie Übersetzung aus dem Englischen
(Autor des
Originals: Martin Scot Kosins, Autor von “Maya’s First Rose”)

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Die Bedeutung des Hundes für den Menschen
Als Mutter Erde das jüngste Kind von ihr
und Vater Sonne gebar, kamen alle älteren Kinder ans Kinderbett, um ihr
neues Geschwisterchen zu begrüßen und zu bewundern. “Es heißt Mensch”,
flüsterte die Mutter Erde ihren Kindern zu. “Es wird einst ein Paradies
für uns alle da sein, doch bis dahin wird es noch viel lernen müssen und
es wird uns allen viele Veränderungen bescheren. Damit es wachsen kann
braucht es unsere und auch eure Hilfe.”
Die Kinder der Erde waren ganz
hingerissen von diesem neuen Wesen und alle, die sie hier versammelt
waren, boten dem Kind feierlich ihre ganz besonderen Kräfte an und
stellten sich als Lehrer und Vorbilder zur Verfügung. Der Fels sprach:
“Ich werde dem Kind Halt und Boden geben, es soll auf mir leben und in mir
Schutz und Wohnung finden. Ich werde es nach und nach ins Geheimnis der
Struktur und Form einweihen und es lehren, stabil und standfest zu
werden.” Der Baum sprach: “Ich werde es lehren, die Schöpfungskraft der
Erde und des Himmels zu vereinen und werde ihm mit meinem Holz und meinen
Früchten zum leiblichen und seelischen Wohl dienen.” Der Büffel sprach:
“Ich werde es mit meinem Körper ernähren und ihm Kraft und Wärme spenden,
damit es wachsen und gedeihen kann.” Der Adler öffnete seine mächtigen
Flügel und sprach: “Ich werde seinen Blick weit oben ins Licht tragen,
damit es Vater Sonne ins Angesicht schauen kann und sich zu seinem
Ebenbild entwickelt.”
So kam ein Lebewesen nach dem anderen
und sie alle boten dem Kind ihre Hilfe und ihr Wissen an, denn sie alle
liebten es. Ganz am Schluss kam der alte Wolf. Er blickte das noch kleine
Geschöpf lange an und sprach : “Ich werde ihm ein Führer sein, werde ihm
zeigen, wie es sich im Leben behaupten muss und wie es seinem
Schicksalsplan weise folgen kann. Doch meine Lehre wird es erst in vielen
Daseinsjahren annehmen können, bis dahin braucht es erst einen Freund, der
ihm hilft, ihn tröstet, der es schützt und ihm die Liebe zu sich selber
lehrt.”
Damit drehte er sich um und schaute
lange stumm in sein Rudel. Er befahl einen verspielten, lebhaften jungen
Wolf zu sich und sprach: “Du mein jüngster Sohn wirst die Aufgabe
erhalten, diesem jüngsten Kind unserer großen Mutter Erde als treuer
Freund zur Seite zu stehen. Begleite es treu und pass auf es auf. Es wird
uns allen mit seiner Neugierde und Aufgewecktheit viel Ärger machen und es
wird sich häufig selbst sehr weh tun. Dann, mein Sohn musst du es an sein
Gutsein und Richtigsein erinnern, du musst ihm zeigen, dass wir, die
älteren Geschwister, es immer lieben und uns freuen über sein Wachstum.”
Der junge Wolf schaute seinen Vater ernst an und nickte: “Das will ich tun
Vater.” Dann drehte er sich um und schaute auf das Menschenkind. Seine
Augen wurden ganz sanft und weich und seine Rute wedelte kaum merklich.
Die Mutter Erde flüsterte ihm ganz sanft zu: “Nun kleiner Wolf, wirst Du
ewig im Bann des Menschen bleiben und Dein Volk verlassen. Du bist nun
nicht mehr ein Wolf, ab heute sollst Du Hund genannt werden, was soviel
bedeutet wie: “Der die wahre Freundschaft lehrt”.
Der Hund legte sich glücklich neben das
Bett des Menschen nieder und seufzte tief. Diesen Platz hat er bis heute
nicht verlassen.
(Aus "Tierisch gut" von Regula Meyer)

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Die
Weisheiten der Indianer
Wenn du jeden Schmerz gespürt und alle Tränen geweint hast,
wenn sie Tropfen für Tropfen auf dein Herz gefallen sind,
dann kommt die Weisheit.
Alle Dinge der Schöpfung sind heilig.
Jeder Morgen ist heilig, jeder Tag ist heilig, denn das Licht des Tages
wurde von Wankan Tanka, unserem Vater gesandt. Bedenkt, das alle
Geschöpfe dieser Welt heilig sind und darum
end´tsprechend behandelt werden wollen.
( Hehaka Sapa Sioux )
Es gibt mehr als
eine Strasse, die zum Leben nach dem Leben führt.
Es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg,
die andere Hälfte seines Selbst in einen anderen Menschen zu finden,
es gibt mehr als eine Art, den Feind zu bekämpfen.
Wer sein Selbst nicht lieben kann, kann niemanden lieben.
Wer sich seines Körpers schämt, schämt sich alles Lebendigen.
Wer seinen Körper schmutzig findet, ist verloren.
Wer die schon von der Geburt erhaltenen Gaben nicht respektieren
kann, kann nie etwas richtig respektieren
(Eine Nokta)
Geh aufrecht wie die Bäume, lebe dein Leben so stark wie die Berge,
sei sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne
im Herzen und der Große Geist wird immer mit dir sein.
(Weisheit der Navajo)
Ich bin das Land, meine Augen sind der Himmel, meine Glieder die Bäume,
ich bin der Fels, die Wassertiefe.
Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie auszubeuten.
Ich bin selbst Natur.
(Hopi)
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen,
werdet ihr feststellen das man Geld nicht essen kann!!!
(Cree Indian)
Wenn du dein Herz nicht hart werden lässt,
wenn du deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist,
werden sie dir mit Zuneigung antworten.
Sie werden dir freundliche Gedanken schenken. Je mehr Menschen du hilfst,
desto mehr dieser guten Gedanken werden auf dich gerichtet sein.
Dass Menschen dir wohlgesinnt sind, ist mehr wert als Reichtum.
(Henry Old Coyote)
Friede ist nicht nur das Gegenteil von Krieg,
nicht nur ein Zeitraum zwischen 2 Kriegen, Friede ist mehr.
Friede ist das Gesetz menschlichen Lebens.
Friede ist dann, wenn wir Recht handeln und wenn zwischen jedem einzelnen
Menschen
und jeden Volk Gerechtigkeit herrscht.
(Spruch der Mohawk)

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Der Kojote schmückt den Himmel mit Sternen aus
Vor langer Zeit lebten fünf Wolfsbrüder, die unzertrennlich waren. Wo sie auch
hinwanderten, immer blieben sie zusammen. Nur ihr Freund Kojote durfte
sich in ihrer Nähe aufhalten, mit diesem teilten sie auch gerne ihre Beute.
Eines Abends sah Kojote seine Freunde in einer Reihe sitzen und in den Himmel
schauen. "Was habt ihr entdeckt?" fragte er die Brüder. "Wir sehen uns den
Himmel an!" sagte der älteste der Wölfe.
Am nächsten Abend traf Kojote die Brüder wieder am selben Platz, und wieder
betrachteten sie den Himmel. Neugierig wandte er sich an den zweitältesten der
Wölfe und fragte ihm, ob er ihm vielleicht verraten würde, warum sie jedes mal
in den Himmel starrten. Aber seine Frage blieb unbeantwortet.
Der Argwohn der Wölfe kränkte Kojote sehr, und nachdem er sie
vier Abende beobachtet hatte, beschloss er, einen letzten Versuch zu machen.
Diesmal wandte er sich an den jüngsten Wolf und fragte ihm, was es den am Himmel
zu sehen gäbe. Darauf erzählte ihm dieser, dass sie dort zwei Tiere entdeckt
hätten, aber nicht wüssten, wie sie sie erreichen können.
"Lasst uns hinaufsteigen und sie fangen", sagte Kojote.
"Wie sollen wir das tun".
"Oh, mir wird schon was einfallen, um in den Himmel zu gelangen", erwiderte
Kojote.
Er sammelte eine große Menge an Pfeilen, die er, einen nach
dem anderen in den Himmel schoss. Der erste traf die Himmelsdecke und blieb dort
stecken. Mit dem zweiten traf er das Ende des ersten. Und so schoss er immer
weiter, bis die Pfeile, in einer langen Reihe aneinanderhaftend, wie ein Seil
vom Himmel bis zur Erde reichten.
"Jetzt können wir hinaufsteigen",sagte Kojote.
Zuerst kletterte der älteste Wolf empor und ihm folgten seine vier Brüder. Als
letzter machte Kojote sich auf. Nach mehreren Tagen mühsamen Kletterns und
Klimmens ereichten sie endlich die Himmelsdecke.
Wie sich nun erwies, waren die zwei Tiere, die die Wolfsbrüder von der Erde aus
erspähten, Grizzlybären.
"Geht nicht so nah heran" warnte Kojote seine Freunde. "Sie könnten euch
anfallen und in Stücke reißen".
Aber die jüngeren Wölfe stürzten bereits auf die Bären zu,
und die anderen zwei Brüder liefen hinter ihnen her. Nur der älteste Wolf hielt
sich zurück. Als er sah, dass die Bären sich friedlich verhielten, trat auch er
näher. Kojote jedoch misstraute den Bären. Er wagte sich nicht heran. Aus der
Ferne blickte er zu den Tieren herüber und dachte bei sich:
Es ist ein hübsches Bild - die sieben Tiere dort.
Wenn die Leute auf der Erde in Zukunft in den Himmel blicken, werden sie sagen -
da muss doch jemand geholfen haben die Wölfe hinaufzubringen. Und dann werden
sie die Geschichte von mir erzählen, die Geschichte vom Seil aus Pfeilen, mit
dem ich die Wölfe in den Himmel führte.
So stieg Kojote wieder hinab und bewunderte noch einmal das Bild der sieben
Tiere. Das Seil aus Pfeilen aber entfernte er, sodass keines von ihnen wieder
herabklettern konnte. Die sieben Tiere am Himmel werden seitdem "Großer Bär "
genannt.
Man kann noch deutlich den ältesten Wolf und seine Brüder und die beiden
Grizzlybären erkennen. Kojote fand so großen Gefallen an den strahlenden
Sternenbild der sieben Tiere, dass er Lust hatte, den ganzen Himmel mit Sternen
auszuschmücken. Und nachdem er sein Werk vollendet hatte, rief er den
Wiesensperling zu sich und bat ihm, wenn er einmal nicht mehr am Leben ist,
jedem, der den leuchtenden Sternenhimmel bewunderte, zu erzählen dass dies seine
Schöpfung sei, was der Wiesensperling auch bis heute gewissenhaft tut.
(Wasco)

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Der alte Indianer und die Wölfe
Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel
geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.
Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: "Weißt du, wie ich mich manchmal
fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden.
Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist
liebevoll, sanft und mitfühlend."
"Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?" fragte der Junge.
"Der Wolf, den ich füttere." antwortete der Alte.

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Spirit of Shadow Wolf
Der silberne Mond
am nachtschwarzen Himmel steht.
Eine Waldlichtung, nur beleuchtet vom Mondenschein.
Siehst Du Wölfe von sehr seltener Art.
Wurden von Menschen gejagt
erschossen, herumgereicht als Trophäe.
Die Menschheit aber vergaß,
dass diese Wölfe eine sehr tiefe Seele besitzen.
Und sie haben sich geschworen in der Menschen Träume wiederzukehren.
Mondwölfin,Traumwolf, Silberwölfin,
Shadow Wolf werden Sie gerufen.
Kommen sie zu dir,
verneige Dich vor Ihnen.
Denn Sie mussten einen
langen Weg zurück legen,
um Dich zu finden
Der Mond und die Nacht sei mit Dir
Spirit of Shadow Wolf

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